Bestimmt kennst du das: Du hast Ideen, vielleicht sogar ziemlich viele.
Manchmal sitzt du da, hast plötzlich diesen einen klaren Gedanken:
„Das könnte ich machen.“ Oder sogar: „Das will ich machen.“
Und dann? Dann passiert… nichts.
Du denkst noch ein bisschen länger drüber nach. Dann schreibst du vielleicht ein paar Dinge auf, aber am Ende überarbeitest du es nochmal.
Trotzdem klappst du den Laptop am Ende des Tages zu und hast das Gefühl: Irgendwie habe ich mich den ganzen Tag beschäftigt, aber nichts wirklich bewegt.
Und irgendwann kommt auch dieser Gedanke, den fast alle kennen: „Warum kriege ich das nicht einfach hin?“
Diese unsichtbare Grenze, die keiner sieht
Gerade wenn du selbstständig bist oder darüber nachdenkst, merkst du das noch stärker.
Du weißt eigentlich, was zu tun wäre. Und trotzdem ist da diese komische Grenze. Nicht laut und auch nicht logisch erklärbar. Eher wie ein inneres Stoppschild, das plötzlich auftaucht, genau in dem Moment, wo du eigentlich losgehen willst.
Und genau da wird es spannend. Denn das hat nichts mit Disziplin zu tun. Und auch nichts damit, dass du „nicht gemacht bist“ für Selbstständigkeit.
Es hat mit deinen inneren Spielregeln zu tun.
Was ich mit „inneren Spielregeln“ meine
Das sind keine bewussten Entscheidungen.
Du hast dich nicht hingesetzt und gesagt: „Ich entscheide jetzt, dass ich mich selbst blockiere.“
So funktioniert das nicht.
Diese Regeln entstehen viel früher. Oft in Situationen, an die du dich gar nicht mehr aktiv erinnerst.
Zum Beispiel: Du warst neugierig, hast viele Dinge gleichzeitig gemacht, und irgendjemand hat gesagt: „Du musst dich mal entscheiden.“
Klingt harmlos, oder?
Aber dein System speichert daraus vielleicht: „So wie ich bin, ist es nicht richtig.“
Oder: Du hast etwas angefangen und dann gemerkt, dass es doch nicht passt.
Und jemand sagt: „Zieh doch mal was durch.“
Und plötzlich entsteht die Regel: „Wenn ich wechsle, habe ich versagt.“
Das sind kleine Sätze. Aber sie setzen sich fest. Und später, im Business, tauchen sie wieder auf.
Warum das bei hochsensiblen Scannern so extrem ist
Wenn du hochsensibel bist, nimmst du mehr wahr.
Wenn du Scanner bist, siehst du mehr Möglichkeiten.
Das ist eigentlich eine ziemlich starke Kombination. Aber sie hat auch eine Kehrseite:
Du bekommst mehr Feedback. Du denkst mehr nach. Du passt dich öfter an.
Und genau daraus entstehen mehr Regeln. Nicht bewusst. Einfach, weil dein System versucht, dich „sicher“ zu halten.
Das Missverständnis mit der Disziplin
Ich höre das wirklich oft: „Ich glaube, mir fehlt einfach Disziplin.“
Ganz ehrlich? In den meisten Fällen stimmt das nicht.
Was wirklich passiert: Du versuchst, dich nach vorne zu drücken, aber gleichzeitig zieht dich etwas zurück.
Zum Beispiel: Du willst sichtbar werden.
Aber innerlich läuft:„Ich darf erst rausgehen, wenn ich wirklich bereit bin.“
Oder:
Du willst ein Angebot erstellen.
Aber gleichzeitig denkst du:„Ich darf kein Geld verlangen, solange ich mir unsicher bin.“
Und dann stehst du dazwischen. Nicht faul. Nicht undiszipliniert. Einfach blockiert.
Dein Nervensystem interessiert sich nicht für Erfolg
Das ist ein Punkt, den viele unterschätzen.
Dein System fragt nicht:
👉 „Was bringt mich weiter?“
Es fragt:
👉 „Was ist sicher?“
Und deshalb passieren solche Dinge:
- Du perfektionierst → damit du keine Fehler machst
- Du schiebst auf → damit du dich nicht überforderst
- Du bleibst unsichtbar → damit dich niemand bewertet
- Du entscheidest dich nicht → damit du nichts verlierst
Von außen sieht das aus wie Selbstsabotage. In Wirklichkeit ist es Schutz.
Der Punkt, an dem sich etwas verändert
Nicht, wenn du dich mehr anstrengst. Sondern wenn du anfängst, diese Regeln zu hinterfragen.
Zum Beispiel: Statt „Ich muss mich festlegen“ kannst du anfangen zu denken:
👉 „Ich darf Dinge ausprobieren.“
Oder statt „Ich ziehe nichts durch“
👉 „Ich arbeite in Phasen, und das ist okay.“
Das klingt erstmal simpel. Aber genau hier passiert Veränderung.
Eine kleine Übung (die mehr zeigt, als man denkt)
Nimm dir kurz einen Moment. Denk an etwas, das du gerade vermeidest.
Und dann stell dir die Frage:
„Wenn ich das wirklich mache… was passiert dann?“
Die erste Antwort ist meistens ehrlich.
Zum Beispiel: „Dann sehen alle, dass ich noch nicht so weit bin.“
Und genau da ist sie, deine Regel.
👉 „Ich darf unfertig nicht sichtbar sein.“
Und jetzt kannst du anfangen, sie zu verändern:
👉 „Ich darf sichtbar lernen.“
Wenn du gerade feststeckst
Dann liegt das wahrscheinlich nicht daran, dass du „noch nicht bereit“ bist.
Sondern daran, dass ein Teil in dir versucht, dich zu schützen.
Und vielleicht ist dein nächster Schritt gar nicht, noch mehr zu planen oder noch mehr zu lernen.
Sondern: Genauer hinzuschauen, was dich wirklich zurückhält.
Wenn du das nicht alleine sortieren willst
Gerade diese inneren Spielregeln sind oft schwer zu greifen, weil sie unterbewusst laufen.
Man merkt nur die Wirkung, nicht die Ursache.
Wenn du magst, können wir uns das gemeinsam anschauen.
In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir:
- Wo du gerade stehst
- Was dich wirklich blockiert
- Und wie dein nächster Schritt aussehen kann, ohne dass du dich überforderst
🎧 Und wenn du tiefer einsteigen willst
In der Podcast-Folge spreche ich noch ausführlicher darüber:
- warum Prokrastination oft Schutz ist
- wie dein Nervensystem Entscheidungen beeinflusst
- und wie du deine inneren Regeln konkret verändern kannst